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Die Ausrüstung eines Ritters 3

Die Ausrüstung eines Ritters 3

 

Die Ausrüstung eines Ritters 3:

Das Armzeug:

Die Schulter eines Ritters waren ein Hauptziel des Gegners, sie waren besonders durch die Schwerthiebe gefährdet, die vom Helm abglitten.

Die Arme waren dagegen schwerer zu treffen, wie der linke vom Schild geschützt und der rechte beim Gebrauch der Waffen ständig in Bewegung war.

Ein gebrochener Arm oder Ellenbogen machte den Ritter kampfunfähig, und wenn die Verletzung nicht gut heilte, war es mit der Ritterlaufbahn vorbei.

Die frühen Ritter schützten ihre Arme mit Kettenärmel, die bis zum Ellenbogen reichten, im 12.Jh. gingen sie bis zum Handgelenk.

Feste Platten wurden offenbar erst um 1350 benutzt, und zwar zuerst an der Außenseite der Arme; Ellenbogen und Schulter erhielten einfache Scheiben. Diesen Schutz für den ganzen Arm nannte man das Armzeug.

Um 1350 waren die Arme eines Ritters vollständig geschützt; der Ellbogen erhielt einen eigenen Schutzflügel gegen Schwerthiebe.

Das Armzeug bestand aus drei Teilen: Oberarmröhre, Ellenbogenkappe und Unterarmröhre.

Ein moderner Waffenschmied würde für ein solches Armzeug fünf Wochen brauchen.

Das Armzeug wurde an der Schulter mit Laschen befestigt, die durch Löcher am Lederbesatz der Oberarmröhre führten. Die scharnierverbundenen Platten der Unterarmröhre wurden durch eine feste Schnalle an ihrem Platz gehalten. Die kleinen Platten über und unter der Ellenbogenkappe schlossen die Spalten, die beim Beugen des Armes entstanden. Die unterste Scheibe war am Unterarmzeug mit Nieten befestigt, die in einem Schlitz hin- und hergleiten konnten, so dass der Ritter den Unterarm drehen konnte.

Schulterschutz:

Der Schulterschutz(Pauldron) bestand aus mehreren Platten, die sich gegeneinander verschieben ließen, so dass der Ritter seinen Arm heben konnte. Der Pauldron überschnitt die Oberarmröhre; er wurde mit Laschen an der Schulter und mit Riemenschnallen am Arm befestigt.

Italienische Rüstungen hatten oft auch links noch Verstärkungen für Schulter und Ellenbogen, um diese besonders gefährdete Seiten zu schützen; damit erübrigt sich der Schild. Der rechte Schulterschutz war unter der Achsel zurückgeschnitten, damit der Ritter seine Lanze einlegen konnte.

Die Panzerhandschuhe:

Die ersten Ritter trugen noch keine Handpanzerung. Sie verließen sich auf den Schild und auf den Schutz der metallenen Parierstange am Schwertgriff.

Um 1180 zog man erstmals das Kettenhemd zum Schutz der Hand so weit herunter, dass sich eine Handdecke oder ein Fäustling bildeten. Das hielt sich etwa 150 Jahre lang.

Seit dem Ende des 13.Jh. trugen die Ritter dann zunehmend richtige, zunächst ziemlich plumpe Handschuhe, vermutlich aus Leder. Daraus entwickelte sich ein Kampfhandschuh, dessen Fischbein- oder Metallschuppen auf Stoff geheftet oder zwischen zwei Gewebeschichten so vernietet wurden, dass die Nietköpfe außen saßen.

Um 1350 trugen fast alle Ritter Panzerhandschuhe mit Stahlplatten an der Außenseite. Ihre Fingerstücke wurden von je einer Reihe kleiner Platten geschützt.

Um 1430 herrschten Kampfhandschuhe in Form von Stahlfäustlingen vor, aber gegen Ende des 15.Jh. gab es mancherorts auch wieder Fingerhandschuhe.

Aus 26 Metallteilen besteht ein Stahlhandschuh, der Innenteil ist auf Leder- oder Leinwandstreifen genäht, die innen mit den Panzerplatten vernietet sind. Die Finger sind oben durch ledergefütterte Kuppen geschützt. Die Handflächen bliebe ausgespart; ein Ritter konnte so das Schwert leicht umspannen.

Noch Mitte des 15.Jh. waren deutsche Kampfhandschuhe Fäustlinge, später jedoch wurden die Handschuhe mit einzeln gegliederten Fingern gefertigt. Jedes Fingergelenk war mit einem Geschübe versehen, das die angrenzenden Platten überlagerte. Der Ritter konnte die Faust ballen, ohne dass man etwas vom Innenhandschuh sah.

Wurde die Ehre eines Ritters angezweifelt, so konnte er seinem Ankläger den Handschuh hinwerfen. Hob der ihn auf, war die Forderung angenommen.

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