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Das Rittertum 2 - Lehensordnung und Feudalwesen

Das Rittertum 2 - Lehensordnung und Feudalwesen

Lehensordnung und Feudalwesen:

Für Deutschland wurde das Lehnswesen vor allem im, 12. 13. und 14. Jahrhundert von besonderer Bedeutung. Die im fränkischem Reich entwickelte Institution hatte seit dem 10 Jahrhundert über ganz Europa, ja im Verlauf der Kreuzzüge auch auf den Vorderen Orient und von Deutschland aus auch nach slawischen Staaten Osteuropas verbreitet, doch wichen die Ausprägungen vielfach voneinander ab;

Jede Nation entwickelte ihre eigene Individualität. In Süddeutschland war das Lehnwesen seit dem 10/11. Jahrhundert derart im Gebrauch, dass die meisten freien wehrhafte Männer, die Grundbesitzer, Rüstung und Ross besaßen, in der Regel Lehensträger waren, daneben aber euch zuweilen Alloden, d.h. Grundeigentümer.

Die Fähigkeit zum Erwerb des Ritterlehns war im 13. Jahrhundert in Rechtsbüchern wie dem Sachsenspiegel und dem Schwabenspiegel durch die Heerschildordnung bezeichnete Rangstufe innerhalb der Herrenschicht festgelegt. Danach war der König der Träger des ersten Heerschildes, es folgt dann als Träger des zweiten Heerschildes Bischöfe und Äbte, des dritten die Herzöge und Grafen, des vierten freie Herren, des fünften schöffenbar freie Lehensleute und des sechsten Heerschildes Lehensleute der Lehensleute. Ein siebter Heerschild war in der Lehensordnung ungewiss. (Landsrecht 13 § 2)

Nicht lehensfähig waren:

Pfaffen, Kaufleute, Bauern, Frauen und alle, die kein Recht haben oder unstandesgemäß geboren sind, und alle, die nicht von Ritterart sind, vom Vater und Großvater ( wenn Vater und/oder Großvater Ritter waren konnte Sohn/Enkel den Rittersand erlangen Lehnrecht 2 § 1) die sollten kein Lehnrecht erhalten.

Das Zeremoniell des vasallischen Vertrag, vollzog sich in mehreren Akten. Der erste Akt bestand in der Darreichung und Umschließung der Hände und der mündlichen Willenserklärung, auf die folgte der Treueid, der stehen unter Berührung einer Reliquie mit der Hand geleistet wurde. Zu dieser Handlung kam oft, besonderst in Frankreich, als dritter Akt der Kuss als Bekräftigung. Zuweilen wurde über den Vertrag eine Urkunde ausgestellt, die alle näheren Umstände berücksichtigt.

Der Dienst, den der Vasall zu leisten hatte, bestand in der Hauptsache im Kriegsdienst zu Pferd, als Ritter, der dem Herrn zur Verfügung stand. Er hatte vollgerüstet oder doch mit Teilen der Rüstung anzutreten je nach getroffener Abmachung allein zu persönlichem Dienst oder in Begleitung einer Schar von Rittern die seine Untervasallen waren. Man könnte hier von Vasallen und Dienstrittersprechen, die sich durch Besitz und Stellung voneinander unterschieden. Voraussetzung für den Erwerb der Ritterwürde war der Nachweis adliger Abstammung.

In Deutschland konnte ein nicht ritterbürtiger zunächst nur durch den Kaiser zum Ritter werden. Söhne von Priestern, Diakonen und Bauern waren ausgeschlossen bzw. mussten gegebenenfalls der Würde durch den Landrichter entkleidet werden. Dieses strenge Gesetz wurde jedoch in der Folgezeit nicht immer geachtet und eingehalten. Als weitere Voraussetzung zur Ritterwürde wurde auch ein gewisser Besitzstand gefordert. Der Ritterschlag, die Zeremonie, durch einen Schlag mit dem blanken Schwert auf die Schulter, die Ritterwürde zu erteilen, trat seit dem 14. Jahrhundert an die Stelle der Schwertleiste.

Die Zeremonie erfolgte fast immer nach dem gleichen Prinzip, den Versammelteten legte man die Rechte der Ritterschaft vor und zählte ihnen die ritterlichen Pflichten auf.

1. Gehorsam gegen Kaiser und Papst
2. Verteidigung der Kirche, ihrer Rechte und Angehörigen
3. Verpflichtung, den Landfrieden zu halten.
4. Verpflichtung, Unmündigen, Witwen, Fremden und Armen zu ihren Recht zu verhelfen.
5.Verbot jeder Verbindung mit Heiden.
6. Verteidigung des Heiligen Landes und Grabes.

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