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Waffen und Rüstzeug

Waffen und Rüstzeug


Waffen und Rüstzeug:

RüstkammerDer Adlige in seinem Verständnis als Ritter war in aller erster Linie ein berittener Krieger. Sein gesellschaftlicher Status und seine Reputation erklärten sich aus dieser Sonderstellung. Die Bewaffnung des Ritters mit Lanze, Schwert und Schild, die kostspielige Rüstzeug und seine primäre Verwendung als berittener Kämpfer unterstrichen zum einen diese Exklusivität, während anderseits die hohen Kosten der notwendigen Ausrüstung einen gewissen sozialen Rang bedingte. War so in friedlichen Zeiten der Schutz durch Mauern und Wehranlagen genügend garantiert, so erforderten kriegerische Auseinandersetzung den persönlichen Einsatz des Mannes zur Bekämpfung eines Gegners.

Der Ritter als Berufskrieger bedurfte zur Ausübung seines blutigen Handwerks der Waffen, Trutzwaffen zur Schädigung oder Vernichtung des Gegners und Schutzwaffen zur Erhaltung seiner Kampfkraft und Kampffähigkeit. Das menschliche Maß seiner kämpferischen Möglichkeiten erhöhte der Ritter beträchtlich durch den Sitz zu Pferd, der ihm größere Geschwindigkeiten, einen erhöhten Stand und damit bessere Übersicht im Kampfgeschehen sowie durch die große Masse in der Einheit Mann und Ross vermehrte Wucht zu Schlag und Stoß verlieh.

Ziel seiner Erziehung und Ausbildung musste daher die Beherrschung der Waffen zu Angriff und Abwehr und die sichere Führung des Pferdes auch in schwierigen Situationen sein. Voraussetzung für den Erfolg waren Körperkraft und Gewandtheit, um unter der Belastung des schweren Panzers beweglich und rasch zu reagieren. Der Stoß mit der Lanze musste sicher geführt, der Schwertstreich des Gegners mit dem Schild oder mit dem eigenen Schwert parieren und erwidert werden. Seine Trutzwaffen waren das Schwert und die Lanze, später auch Dolch und Kolben.

Das Schwert, das Markenzeichen des Ritters, mit dem umgürtet erst der Knappe zum Ritter wurde, war mit wenigen Veränderungen nach dem Vorbild des germanischen Langschwert, der Spatha, gebildet, seit dem 11. Jahrhundert mit breiter, zweischneidiger Klinge, abgerundetem oder spitzem Ort, achtzig bis hundert Zentimeter lang mit halbkugeligem oder spitzförmigen Knauf und gerader Parierstande.

Eine neue Knaufform, der Scheibenknauf, wird mit 13. Jahrhundert üblich. Im 14. Jahrhundert dann neben dem Breitschwert eine ausgesprochen Stoßwaffe mit schmälerer, spitz zulaufender Klinge in Gebrauch. Der Ruhm hervorragender Schwerter ist in Sagen und Epen oft besungen und gepriesen, wird ihre Härte und Schärfe, die Stählung zuweilen durch Zauberkunst und Magie erreicht.

Tiefe Symbolik ist bis zur Gegenwart mit dem Schwert verbunden, es gilt als Zeichen des Rechts, der Rechtssprechung und der Herrschaft. So war es nicht ein Gegenstand schlechthin, sondern ein solcher, der Würde verlieh und Ehrung genoss, eine Waffe, die als Erbschwert vom Vater auf den Sohn weitergegeben wurde, die dementsprechend nicht nur mit Schmuck und Zier bereichert, sondern um die Wichtigkeit und Ehrerbietung noch hervorzuheben nicht selten mit Namen versehen wurden, Artus - Excalibur, Ganelon - Mulagir.

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